Adventskalender

Tagesimpulse zum Advent zusammengetragen von verschiedenen Mitgliedern der Pfarrei.

15. Dezember

Hinter vielen Türen stecken wertvolle Chancen. Wer keine Tür öffnet, keine neuen Räume betritt, bleibt immer das, war er schon ist.

Gott gibt dir eine offene Tür – gehe hindurch. Diese Tür wird sich für dich öffnen. Wenn du bittest, dann wird sie dir gegeben. Wenn du suchst, wirst du sie finden. Wenn du anklopfst, wird sie dir aufgetan.

14. Dezember

Die Erkenntnis, nicht alles allein zu schaffen hat mich veranlasst, meine Tür weit zu öffnen und viele liebe, hilfsbereite Menschen hereinzulassen, die mein Leben sehr bereichern.

13. Dezember

Für mich hat sich eine Tür in einen neuen unbekannten Lebensabschnitt geöffnet, in den ich mit Gottvertrauen gehen werde.

12. Dezember

Schwellenängste habe ich schon lange nicht mehr – meistens mache ich die Erfahrung, willkommen zu sein.

Neugierig und gespannt bin ich immer noch, jedes Mal, wenn ich ein Haus betrete.

11. Dezember

10. Dezember

Beim Blick in die Augen eines Menschen öffnet sich mir eine Tür zu ihm.

9. Dezember

Ein gutes Urteil

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister La Guardia vertrat manchmal den Polizeirichter. Eines kalten Wintertages führte man ihm einen abgerissenen, alten Mann vor. Er hatte aus einer Bäckerei ein Brot gestohlen. In der Vernehmung gab der Mann den Diebstahl zu und gab an, er habe das Brot nur gestohlen, weil seine Familie am Verhungern sei. Der Bürgermeister sprach das Urteil, denn das Gesetz erlaubte keine Ausnahme. So verurteilte er den armen Mann zur Zahlung von zehn Dollar, damit er seine Strafe auch bezahlen konnte und frei kam. Aber dann wandte er sich an die Zuhörer im Gerichtssaal, und zu ihrer Überraschung sagte La Guardia; «Und nun verurteile ich jeden Anwesenden im Gerichtssaal zu einer Geldbuße von fünfzig Cent, und zwar dafür, dass er in einer Stadt lebt, in der ein Mann ein Brot stehlen muss, um seine Familie vor dem Hungerstod zu bewahren. Herr Gerichtsdiener, kassieren Sie die Geldstrafen sogleich und übergeben Sie sie dem Angeklagten!» - Der Hut machte nun die Runde, und der alte Mann konnte mit fast 50 Dollar in der Tasche den Gerichtssaal verlassen. Ein gutes Urteil, das uns an unsere Verantwortung füreinander erinnert. Bevor wir einander richten und verurteilen, anklagen oder bestrafen, wollen wir füreinander einstehen und miteinander teilen.

8. Dezember

7. Dezember

Türen können schützen, abweisen, schmücken. Sie können aber auch einladen, diese zu öffnen und die Davorstehenden willkommen zu heißen.

Für uns hat sich ein Tür in eine fremde Welt geöffnet, als wir unser Engagement in der Flüchtlingshilfe begonnen haben. Die Menschen auf der anderen Seite Tür haben unser Leben unendlich bereichert.

6. Dezember

5. Dezember

Eine Tür, die eigentlich ein Türchen ist, erfreut mich jedes Jahr am 1. Dezember. Voll Dankbarkeit lässt sie mich auf das vergangene Lebensjahr zurückblicken und mit einem süßen Grüß mit Vorfreude das kommende Jahr erwarten.

4. Dezember

Im Laufe der Zeit schließen sich Türen oder man muss Türen schließen. Aber wenn man mutig, hoffnungsvoll und mit Vertrauen auf Gott weitergeht, öffnen sich neue Türen, die so viel fröhlicher und bunter sind. Dadurch erfährt man eine sehr große Bereicherung und man lernt, dass sich neue Türen nur öffnen, wenn man die alten schließen kann.

3. Dezember

2. Dezember

Das Lied ‚Macht hoch die Tür‘ wurde erstmals im Advent 1623 gesungen.

Unter Pfarrer Weißel war es in der Gemeinde Sitte geworden, dass der Chor alljährlich in der Adventszeit wohlhabenden Bürgern ein Ständchen brachte.

Der Chor hatte allerdings wenig Lust bei dem Geschäftsmann Sturgis aufzutreten. Georg Weißel brauchte nicht nach dem Grund der Ablehnung zu fragen. Sturgis  hatte sich eine große Villa gebaut, die in der Nähe des Altenheims und Krankenhauses lag. Dessen Bewohner benutzten einen Fußweg, der über das benachbarte Wiesengrundstück führte, so dass der reiche Sturgis stets die armen und gebrechlichen Leute vor Augen hatte, wenn er aus dem Fenster sah. Und das störte diesen Herrn gewaltig.

Um sein Ärgernis aus der Welt zu schaffen, kaufte er die benachbarte Wiese kurzerhand auf, ließ sie zu einem Park umgestalten, den er zu guter Letzt noch mit einem Zaun umschloss.

Dort, wo vorher der öffentliche Fußweg herführte, ließ er zwar schöne Tore anbringen, die er aber fest verschlossen hielt. Jetzt mussten alle, die in die Stadt oder Kirche wollten, eine weite, mühevolle Strecke zurücklegen, für deren Bewältigung die Kräfte vieler Heimbewohner nicht mehr ausreichten. Die Forderung der Stadtväter und zahlreicher Bürger, die Gartentore zu öffnen, stießen bei Herrn Sturgis auf taube Ohren. Er blieb unnachgiebig und zog sich die Abneigung sämtlicher Bewohner zu.

Weil der Chor keine Lust hatte bei Sturgis zu singen, dichtete Pfarrer Weißel ein Lied speziell für das Singen bei Sturgis. Als sie den Text lasen, waren sie doch bereit bei Sturgis zu singen.

So schritt denn in jenem Advent nicht nur der Chor zu Sturgis Haus, sondern es schlossen sich auf Vorschlag des Pfarrers zahlreiche arme und gebrechliche Leute aus dem Heim den Sängern an.

Nachdem der Chor vor dem Gartentor des Geschäftsmannes Aufstellung genommen hatte, hielt Weißel eine kurze Predigt. Mit großem Ernst sprach er von der hochmütigen Verblendung, mit der viele Menschen dem König aller Könige, der ja auch das Kind in der Krippe sei, die Tore ihres Herzens versperrten, so dass er bei ihnen nicht einziehen könne. Mit erhobener Stimme fuhr er fort: „Und heute, lieber Herr Sturgis, steht er vor eurem verriegelten Tor ... Ich rate euch, ich flehe euch an bei eurer Seele Seligkeit, öffnet ihm nicht nur dieses sichtbare Tor, sondern auch das Tor eures Herzens und lässt ihn demütig mit Freuden ein, ehe es zu spät ist. Denkt an das Schriftwort: ,Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!“ Er hatte das letzte Wort noch nicht ausgesprochen, als der Chor zu singen begann: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt ...“

Sturgis stand wie angewurzelt. Kurz vor Beendigung des Liedes aber griff er in seine Tasche und brachte einen Schlüssel zum Vorschein, mit dem er die Gartentore aufsperrte. Und von diesem Zeitpunkt an wurden sie nie mehr verschlossen. Die Heimbewohner hatten ihren kurzen Weg zur Kirche wieder, der noch lange Zeit „Adventsweg" genannt wurde.

1. Dezember

Obwohl ich weiß, dass jede unbekannte Tür eine Chance ist, öffne ich fremde Türen immer mit einem gewissen Unbehagen.