Adventskalender

Tagesimpulse zum Advent zusammengetragen von verschiedenen Mitgliedern der Pfarrei.

24. Dezember

Ich habe einmal gelesen, dass Gott mit der Geburt eines Kindes zeigt, dass er die Freude an den Menschen nicht verloren hat und mit den Talenten, die in dem neuen Kind noch verborgen liegen, die Welt bereichern möchte. So hat sich mir in diesem Jahr, mit der Geburt meines Enkels eine Tür geöffnet, die ich dankbar als Geschenk des Lebens sehe.

23. Dezember

Von Außen gibt es keine Türklinke

Ein Kunstmaler hatte ein Gemälde beendet, auf dem er die Szene aus der Offenbarung des Johannes schildert, wo Christus das Wort sagt: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an!" (Kap. 3,20). Der kleine Sohn des Malers sagt zu seinem Vater: "Aber eins hast du falsch gemacht. Es fehlt draußen an der Tür die Klinke. Der Herr Jesus kann ja gar nicht hinein." "Er kann es nur", erklärt der Vater, "wenn man ihm von innen öffnet und wenn man ihn haben will. Darum habe ich die Außenklinke weggelassen. Heißt es doch: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an!"

22. Dezember

Dieses Jahr hat sich für mich eine seit langer Zeit verschlossene Tür geöffnet, als eine alte Freundschaft neu aufgeblüht ist.

21. Dezember

Ich will darauf achten, dass sich auch in meinem Haus jeder Gast willkommen fühl.

20. Dezember

Ein Lächeln kann viele Türen öffnen.

19. Dezember

18. Dezember

Eine Tür hat sich in diesem Jahr für mich geöffnet, weil mein Sohn, nach einer sehr bescheidenen Grundschulzeit, sehr gut an der weiterführenden Schule angekommen ist.

17. Dezember

Ich habe in meinem Leben schon viele vermeintlich geschlossene Türen vorgefunden. Durch teilweise hatte Arbeit, Vertrauen, Glaube und Unterstützung von Familie und Freunden, konnte ich einige von ihnen öffnen und so neue Wege in meinem Leben einschlagen und daran wachsen.

16. Dezember

Der erhobene Zeigefinger

Es war einmal ein großer, erhobener Zeigefinger, der sehr unzufrieden war mit seiner eigenen Situation: Überall bekamen die Menschen, denen er vorgehalten wurde, ernst Mienen, schauten ihn ehrfürchtig an und begannen zu grübeln. Nur ganz selten begegnete ihm ein freudiges Gesicht, und der Zeigefinger dachte dann jedes mal, alles sei es gar nicht so schlimm. Doch es dauerte immer nur einen Augenblick, dann schauten ihn aus den fröhlichsten Augen betroffene Blicke an.

Dem erhobenen Zeigefinger gefiel das ganz und gar nicht, und so begann er, den Menschen vorzuhalten, dass sie doch fröhlicher sein sollten, nicht immer so ernst und so verkrampft, nicht ganz so ehrfürchtig, dafür etwas erlöster. Und weil die Menschen, die ihm zuhörten, feststellten, wie wenig fröhlich sie waren, bekamen sie ein schlechtes Gewissen. Und wenn der Zeigefinger ihnen erzählte, dass sie doch an die anderen Menschen denken sollten und sie mit Fröhlichkeit und Freude anstecken sollten, schauten sie betroffen zu Boden.
je mehr der erhobene Zeigefinger ihnen vorhielt, dass sie doch eigentlich ganz anders sein müssten, eben freudiger, desto mehr verloren sie die Reste an Freude, die noch in ihnen geblieben war.

Nach einiger Zeit gab der Zeigefinger auf. «Die Menschen sind nicht mehr zu ändern», murmelte er leise und hörte auf, ihnen ins Gewissen zu reden. «Vielleicht gibt es die Freude ja gar nicht mehr», dachte er betrübt.
Der nicht mehr so ganz erhobene Zeigefinger begann, seine Aufgabe zu vergessen und er bemerkte, dass er noch andere Fähigkeiten hatte, als sich zu erheben und Moralpredigten zu halten. Und um es einfach einmal auszuprobieren, tat er sich mit einigen anderen Fingern zusammen - insgesamt waren es zehn, glaube ich - und begann zu musizieren. Ganz ohne Absicht, nur aus Spaß an der Musik, ging er nun ganz in seiner neuen Aufgabe auf. Und als er gerade mal einen Augenblick Zeit hatte (sein Nachbar, der Mittelfinger, spielte soeben sein Solo), da bemerkte er viele aufmerksame Gesichter, die ihm zusahen und zuhörten.

Und - was er nicht erwartet hatte - auf den Gesichtern spielte das, was er immer gepredigt hatte: Die Freude.

«Also, so was!» pfiff der Zeigefinger und spielte vergnügt weiter.

15. Dezember

Hinter vielen Türen stecken wertvolle Chancen. Wer keine Tür öffnet, keine neuen Räume betritt, bleibt immer das, war er schon ist.

Gott gibt dir eine offene Tür – gehe hindurch. Diese Tür wird sich für dich öffnen. Wenn du bittest, dann wird sie dir gegeben. Wenn du suchst, wirst du sie finden. Wenn du anklopfst, wird sie dir aufgetan.

14. Dezember

Die Erkenntnis, nicht alles allein zu schaffen hat mich veranlasst, meine Tür weit zu öffnen und viele liebe, hilfsbereite Menschen hereinzulassen, die mein Leben sehr bereichern.

13. Dezember

Für mich hat sich eine Tür in einen neuen unbekannten Lebensabschnitt geöffnet, in den ich mit Gottvertrauen gehen werde.

12. Dezember

Schwellenängste habe ich schon lange nicht mehr – meistens mache ich die Erfahrung, willkommen zu sein.

Neugierig und gespannt bin ich immer noch, jedes Mal, wenn ich ein Haus betrete.

11. Dezember

10. Dezember

Beim Blick in die Augen eines Menschen öffnet sich mir eine Tür zu ihm.

9. Dezember

Ein gutes Urteil

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister La Guardia vertrat manchmal den Polizeirichter. Eines kalten Wintertages führte man ihm einen abgerissenen, alten Mann vor. Er hatte aus einer Bäckerei ein Brot gestohlen. In der Vernehmung gab der Mann den Diebstahl zu und gab an, er habe das Brot nur gestohlen, weil seine Familie am Verhungern sei. Der Bürgermeister sprach das Urteil, denn das Gesetz erlaubte keine Ausnahme. So verurteilte er den armen Mann zur Zahlung von zehn Dollar, damit er seine Strafe auch bezahlen konnte und frei kam. Aber dann wandte er sich an die Zuhörer im Gerichtssaal, und zu ihrer Überraschung sagte La Guardia; «Und nun verurteile ich jeden Anwesenden im Gerichtssaal zu einer Geldbuße von fünfzig Cent, und zwar dafür, dass er in einer Stadt lebt, in der ein Mann ein Brot stehlen muss, um seine Familie vor dem Hungerstod zu bewahren. Herr Gerichtsdiener, kassieren Sie die Geldstrafen sogleich und übergeben Sie sie dem Angeklagten!» - Der Hut machte nun die Runde, und der alte Mann konnte mit fast 50 Dollar in der Tasche den Gerichtssaal verlassen. Ein gutes Urteil, das uns an unsere Verantwortung füreinander erinnert. Bevor wir einander richten und verurteilen, anklagen oder bestrafen, wollen wir füreinander einstehen und miteinander teilen.

8. Dezember

7. Dezember

Türen können schützen, abweisen, schmücken. Sie können aber auch einladen, diese zu öffnen und die Davorstehenden willkommen zu heißen.

Für uns hat sich ein Tür in eine fremde Welt geöffnet, als wir unser Engagement in der Flüchtlingshilfe begonnen haben. Die Menschen auf der anderen Seite Tür haben unser Leben unendlich bereichert.

6. Dezember

5. Dezember

Eine Tür, die eigentlich ein Türchen ist, erfreut mich jedes Jahr am 1. Dezember. Voll Dankbarkeit lässt sie mich auf das vergangene Lebensjahr zurückblicken und mit einem süßen Grüß mit Vorfreude das kommende Jahr erwarten.

4. Dezember

Im Laufe der Zeit schließen sich Türen oder man muss Türen schließen. Aber wenn man mutig, hoffnungsvoll und mit Vertrauen auf Gott weitergeht, öffnen sich neue Türen, die so viel fröhlicher und bunter sind. Dadurch erfährt man eine sehr große Bereicherung und man lernt, dass sich neue Türen nur öffnen, wenn man die alten schließen kann.

3. Dezember

2. Dezember

Das Lied ‚Macht hoch die Tür‘ wurde erstmals im Advent 1623 gesungen.

Unter Pfarrer Weißel war es in der Gemeinde Sitte geworden, dass der Chor alljährlich in der Adventszeit wohlhabenden Bürgern ein Ständchen brachte.

Der Chor hatte allerdings wenig Lust bei dem Geschäftsmann Sturgis aufzutreten. Georg Weißel brauchte nicht nach dem Grund der Ablehnung zu fragen. Sturgis  hatte sich eine große Villa gebaut, die in der Nähe des Altenheims und Krankenhauses lag. Dessen Bewohner benutzten einen Fußweg, der über das benachbarte Wiesengrundstück führte, so dass der reiche Sturgis stets die armen und gebrechlichen Leute vor Augen hatte, wenn er aus dem Fenster sah. Und das störte diesen Herrn gewaltig.

Um sein Ärgernis aus der Welt zu schaffen, kaufte er die benachbarte Wiese kurzerhand auf, ließ sie zu einem Park umgestalten, den er zu guter Letzt noch mit einem Zaun umschloss.

Dort, wo vorher der öffentliche Fußweg herführte, ließ er zwar schöne Tore anbringen, die er aber fest verschlossen hielt. Jetzt mussten alle, die in die Stadt oder Kirche wollten, eine weite, mühevolle Strecke zurücklegen, für deren Bewältigung die Kräfte vieler Heimbewohner nicht mehr ausreichten. Die Forderung der Stadtväter und zahlreicher Bürger, die Gartentore zu öffnen, stießen bei Herrn Sturgis auf taube Ohren. Er blieb unnachgiebig und zog sich die Abneigung sämtlicher Bewohner zu.

Weil der Chor keine Lust hatte bei Sturgis zu singen, dichtete Pfarrer Weißel ein Lied speziell für das Singen bei Sturgis. Als sie den Text lasen, waren sie doch bereit bei Sturgis zu singen.

So schritt denn in jenem Advent nicht nur der Chor zu Sturgis Haus, sondern es schlossen sich auf Vorschlag des Pfarrers zahlreiche arme und gebrechliche Leute aus dem Heim den Sängern an.

Nachdem der Chor vor dem Gartentor des Geschäftsmannes Aufstellung genommen hatte, hielt Weißel eine kurze Predigt. Mit großem Ernst sprach er von der hochmütigen Verblendung, mit der viele Menschen dem König aller Könige, der ja auch das Kind in der Krippe sei, die Tore ihres Herzens versperrten, so dass er bei ihnen nicht einziehen könne. Mit erhobener Stimme fuhr er fort: „Und heute, lieber Herr Sturgis, steht er vor eurem verriegelten Tor ... Ich rate euch, ich flehe euch an bei eurer Seele Seligkeit, öffnet ihm nicht nur dieses sichtbare Tor, sondern auch das Tor eures Herzens und lässt ihn demütig mit Freuden ein, ehe es zu spät ist. Denkt an das Schriftwort: ,Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!“ Er hatte das letzte Wort noch nicht ausgesprochen, als der Chor zu singen begann: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt ...“

Sturgis stand wie angewurzelt. Kurz vor Beendigung des Liedes aber griff er in seine Tasche und brachte einen Schlüssel zum Vorschein, mit dem er die Gartentore aufsperrte. Und von diesem Zeitpunkt an wurden sie nie mehr verschlossen. Die Heimbewohner hatten ihren kurzen Weg zur Kirche wieder, der noch lange Zeit „Adventsweg" genannt wurde.

1. Dezember

Obwohl ich weiß, dass jede unbekannte Tür eine Chance ist, öffne ich fremde Türen immer mit einem gewissen Unbehagen.