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Diamantenes Profeß-Jubiläum von Sr. Peregrina geb. Ursula Merten
Am 22. November dieses Jahres jährt sich zum 6o. Mal der Tag des Ordensgelübdes der aus unserer Gemeinde St. Marien stammenden Sr. Peregrina geb. Ursula Merten. Vielleicht gibt es nur wenige Gemeindemitglieder, die sich an sie erinnern, jedenfalls weiß ich nur von der kürzlich fast 9ojährig verstorbenen Frau Gertrud Pieper, die mir gegenüber betonte, sie hätte sie gekannt. Ich selbst kenne nur sehr wenige Einzelheiten aus ihrem Leben, und doch weiß ich mich ihr tief verbunden, ja mich und meinen Dienst des ehemaligen Pfarrers von St. Marien von ihr und ihrem Gebet getragen – als Pastor verstehe ich mich immer noch.
Wir haben nicht sehr ausführlich korrespondiert, aber es gibt keinen Brief, keine Grußkarte an mich, mit der sie nicht ausdrücklich betont hat, dass sie regelmäßig für St. Marien – und für mich – betet. Welch ein Trost für mich, wann immer mir klar wurde, dass mein (Brevier-)Gebet, meine Seelsorge unvollständig, höchst ergänzungsbedürftig ist! Das Gebet von Sr. Peregrina hat – dessen bin ich gewiß - Defizite ergänzt. Aber nicht nur meine Defizite, nein, das gilt für alle Gemeindemitglieder. Christliches Gebet ist immer – auch - stellvertretendes Gebet für die, die nicht - genug – beten. Christliches Glauben, Hoffen Lieben und Leiden ist immer – auch - stellvertretendes Glauben, Hoffen, Lieben und Leiden – stellvertretend für die, die nicht - genug - glauben, hoffen, lieben, leiden, die nicht am eigenen Leibe erleben, dass Christus durch sein Kreuz – ausgerechnet durch sein Kreuz(!) - die Welt erlöst hat.
Wer wir auch sind, wie intensiv oder wie wenig lebendig unser Glaube auch ist – er wird ergänzt, gestärkt, u. U. ersetzt durch die praktizierte Christusnachfolge derer, die in unserer Nachbarschaft oder in einem Orden die Menschenfreundlichkeit Gottes bezeugen.
Sr. Peregrina ist eine von ihnen, denen unser herzlicher Dank gebührt. Wir gratulieren ihr und wünschen ihr von Herzen – nicht zuletzt in unserem eigenen Interesse -, sie möge noch viele Jahre in der Benediktinerinnenabtei Varensell in Rietberg ihren Ordensdienst leisten zu Gottes Ehre und zum Heil der Menschen.
Halleluja!
Franz J. Durkowiak, Pfr. em.