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Nadine Kramer

Ein Leuchtturm der Hoffnung - Eindrücke aus meiner Sabbatzeit in den Niederlanden – Carsten Roeger

Eindrücke aus meiner Sabbatzeit in den Niederlanden

Während meiner Sabbatzeit verbrachte ich zunächst drei Wochen in Egmond in der Nähe der Benediktinerabtei St. Adelbert.  Die Gottesdienste in der Abteikirche machten mich mit der niederländischen Liturgie vertraut und bereiteten mich geistlich auf die Zeit in Wageningen vor. Hier lebte ich vier Wochen im Pfarrhaus mit dem dortigen Pfarrer Hans Pauw in der Pfarrei Titus Brandsma. Mein Interesse galt dabei vor allem der Frage, wie katholische Pastoral in einem Land gestaltet wird, das seit Jahrzehnten von einer weitreichenden Säkularisierung geprägt ist.

Beeindruckt hat mich eine Gemeinde, die sich nicht vor allem über rückläufige Zahlen definiert, sondern über eine klare Vision. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen heute mit dem Glauben und mit Jesus Christus in Berührung kommen können. Diese Ausrichtung prägt Gottesdienste, Glaubenskurse, Begegnungsangebote und viele persönliche Gespräche.

Besonders aufgefallen sind mir die Gastfreundschaft und die Aufmerksamkeit für neue Menschen. Wer zum Gottesdienst kommt, wird begrüßt und wahrgenommen. Nach der Messe bleiben viele noch bei Kaffee und Begegnung zusammen. Menschen, die zum ersten Mal da sind oder die Gemeinde noch nicht kennen, werden oftmals persönlich eingeladen, noch zu bleiben, und ganz selbstverständlich in Gespräche und Gemeinschaft einbezogen. Niemand soll das Gefühl haben, nur Zuschauer zu sein.

Dabei wird deutlich, dass die Gemeinde bewusst an den Erfahrungen und Fragen der Menschen anknüpfen möchte. Besonders eindrücklich habe ich dies bei einem Filmabend erlebt. Gezeigt wurde der Film Arthur the King, der die Geschichte eines Extremsportlers und eines zugelaufenen Hundes erzählt. Der Filmabend war ausdrücklich so gestaltet, dass die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen und Anstöße für das eigene Leben erhalten konnten. Im anschließenden Austausch ging es deshalb bald nicht mehr nur um den Film selbst. Fragen nach Vertrauen, Treue, Verantwortung, Freundschaft und dem, was im Leben wirklich trägt, rückten in den Mittelpunkt. Ausgehend von solchen Lebenserfahrungen entstanden ganz natürlich Gespräche über Glauben, Hoffnung und die Gegenwart Gottes im eigenen Leben.

Ebenso beeindruckend ist das Engagement der Ehrenamtlichen. Viele verstehen ihren Einsatz nicht einfach als Hilfe für die Gemeinde, sondern als Mitverantwortung für die Sendung der Kirche. Dadurch entsteht eine Kultur des Miteinanders, die das Gemeindeleben sichtbar prägt. Es geht weniger um die Bewahrung bestehender Strukturen als um die Begleitung von Menschen auf ihrem je eigenen Weg.

Das Leitbild der Pfarrei bringt dies treffend zum Ausdruck:

„Wir sind ein Leuchtturm der Hoffnung, wo jeder bei Jesus Heimat finden kann, gemeinsam lernt, ihm nachzufolgen und tiefe Freude findet.“

Natürlich lassen sich die Erfahrungen aus den Niederlanden nicht einfach auf Waltrop übertragen. Dennoch hat mich die Zeit in Wageningen nachhaltig beeindruckt. Besonders berührt hat mich, wie selbstverständlich dort alles auf die Frage ausgerichtet ist, wie Menschen Jesus Christus kennenlernen und im Glauben wachsen können. Gemeinschaft, Gastfreundschaft und vielfältige Angebote haben ihren Wert nicht in sich selbst, sondern werden als Wege verstanden, Menschen miteinander und mit Christus in Verbindung zu bringen. Gerade in einer Gesellschaft, in der Glaube längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist, habe ich erlebt, mit welcher Freude und Zuversicht Menschen Kirche gestalten, weil sie davon überzeugt sind, dass die Begegnung mit Christus auch heute Leben verändern kann. Diese Erfahrung macht mir Mut und gibt Hoffnung für den weiteren Weg der Kirche.

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